Nach Ostern: Saarland plant weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Das Saarland will mit zahlreichen Lockerungen Modellregion werden.

Nach dem Vorbild von Tübingen sollen die Menschen, mit einer Kombination aus Testungen und Lockerungen, wieder ihre Freiheitsrechte ausüben dürfen. Im Saarland wird es, voraussichtlich nach Ostern, wieder ein gesellschaftliches Leben geben.

Kinos, Sportstudios, selbst Außengastronomie soll wieder möglich werden. Voraussetzung für diese Vergünstigungen sind ein negativer Schnelltest der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Früher als Selbstverständlich geltende Dinge sollen wieder möglich sein, stellt Ministerpräsident Tobias Hans in Aussicht.

„Wenn solch ein negativer Test vorliegt, dann können beispielsweise die Menschen in ihrem Garten mit Nachbarn endlich wieder gemeinsam grillen. Sie können sich mit Freunden auf der Außenterrasse eines Restaurants treffen oder auf dem Marktplatz ein Eis essen gehen“, so Hans. „Wir glauben, das sich dadurch mehr Menschen testen lassen.“

Wenn vorab ein Termin vereinbart wurde und die Rückverfolgung gesichert ist, soll man sogar wieder gemütlich im Biergarten sitzen dürfen. Der Ministerpräsident erhofft sich durch die Lockerungsmaßnahmen eine höhere Bereitschaft zur Testung von seinen Untertanen Bürgern. Mit einem negativen Corona-Test sollen sogar bis zu 10 Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Welch eine Gnade. Leider kommt diese Großzügigkeit nur den Saarländern zugute. Der Rest der Republik bleibt im Lockdown-Gefängnis.

Kinder unter 6 Jahren benötigen noch keinen Test um wieder ein normales Leben führen zu dürfen. Kinder über 6 Jahren müssen sich den Anordnungen ebenfalls fügen oder vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen  bleiben.

Im Freien werden sogar wieder Kontaktsportarten erlaubt. Es darf wieder auf dem Bolzplatz gekickt werden. Vorausgesetzt man ist negativ getestet und nicht mit mehr als 10 Leuten im Spiel. Innen sind Kontaktsportarten weiterhin verboten.

Die Lockerungen können jederzeit wieder zurückgenommen werden. Die Freiheit wird der saarländischen Bevölkerung nur auf Widerruf gewährt. Alles hängt vom  Inzidenzwert ab. Der sagt zwar nichts über Erkrankungen aus, gilt aber als Maß der Dinge.

„Die anhaltenden Einschränkungen stoßen mehr und mehr an ihre Grenzen – an Grenzen der Geduld bei den Menschen, an Grenzen der Zumutbarkeit bei den Unternehmen, Betrieben, Kulturschaffenden, aber auch sonstigen Betroffenen“, begründete Hans die geplanten Lockerungen.

Offenbar ist dem Ministerpräsidenten klar, dass die Geduld der Menschen nicht unendlich ist. „Wir haben derzeit ein moderates Infektionsgeschehen“, so der CDU-Politiker. Auch die Zahl der Sterbefälle habe abgenommen“. Zeit also, die Menschen wieder den Duft der Freiheit schnuppern zu lassen. Zumindest die Menschen, die brav alle Maßnahmen mitmachen und sich widerspruchslos den Anordnungen fügen.

Auch SPD Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ist gnädigerweise bereit, den Menschen Freiheiten zuzugestehen.

„Dort, wo es verantwortungsvolle Konzepte oder ein Testregime gibt, müssen wir jetzt endlich Öffnungsoptionen zulassen, etwa in der Gastronomie“, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Nur so sei nach und nach auch eine verantwortungsvolle Rückkehr zu mehr Freiheit im Alltag der Menschen möglich. „Vorwärts ist die einzige Richtung, in die wir gehen können.“

 

Quelle: SR