Möhren Karotten Rassismusdebatten

Volle Möhre: Stuttgarter um angeblichen Rassismus in Stadtteil-Wappen besorgt

Wer den Namen des Stuttgarter Stadtteils Möhringen hört, der denkt vermutlich nur an eines: Karotten, Möhrchen, was der Hase am liebsten frisst und schöne Augen macht. In Wahrheit steckt auch in Möhringen ein Mohr drin, also ein männlicher Afrikaner, der auf dem Wappen des besagten Stadtteils zu finden ist. Vor nicht allzu langer Zeit war genau dieser Umstand der Anstoß zur nächsten Anti-Rassismus-Debatte. Dabei ist der afrikanische Ureinwohner gar nicht mal der Namensgeber von Stuttgart-Möhringen.

Immerhin handelt es sich um eine weibliche Vertreterin aus dem schwarzen Kontinent. Das war dem türkisch-stämmigen Okan Alaca jedoch egal, um eine Petition zu starten, bei der rund 11.000 Beteiligte ihre Unterschriften tätigten. Das Wappen hätte „klare rassistische Konnotation (Assoziationen, Begleitvorstellungen)“, befand Alaca und müsste umgehend abgeschafft werden. Auch die Kolonialzeit und der Sklavenhandel hätten mal wieder ihre Spuren hinterlassen. Vertreter der linken Politik sprangen wie immer auf den Zug mit auf, um die Petition zu unterstützen. Neben der Fraktion der Linke-SÖS-Tierschutz-Piraten stieß der Vorschlag auch auf Seiten der SPD und der Puls-Fraktionsgemeinschaft auf Sympathien im Stuttgarter Stadtrat. Passenderweise fiel das Ganze mitten in die damals stark kursierende Black Lives Matter-Bewegung und erhielt so den entsprechenden Nährboden. Sogar eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Wappen befasst, wurde gegründet. Es ging um eine historische Aufbereitung und die entsprechende Neugestaltung. Ein Ideenwettbewerb für die Möhringer Bürger wurde zusätzlich ins Leben gerufen. Als ob wir nicht genügend andere Probleme hätten?!

Angeblich leitet sich der Name Möhringen jedoch von den alemannischen Sippennamen „Mor“ oder „Moro“ ab. Der Begriff des „Mohren“ führe hingegen schlicht auf den des „Morgenländers“ zurück. Spannenderweise ist zudem seit 2007 das Afrika-Kommando (Africom) des US-Militärs in Möhringen ansässig. Von deren Seite kam bislang noch keine Beanstandung. Rund 40 Prozent aller Menschen im „bunten“ Möhringen haben einen Migrationshintergrund. Die Bezirksvorsteherin heißt Evelin Weis. Die Entscheidung, ob ein neues Wappen kommt oder das Alte bleibt, soll im Frühjahr 2022 fallen.

Ob das den Findungsprozess beeinflussen wird? Im ebenfalls schwäbischen Tuttlingen gibt es einen weiteren Stadtteil mit dem Namen Möhringen und auch hier ziert eine Afrikanerin das Wappen des Ortes. Allerdings weichen die Auslegungen dann doch ein wenig von einander ab: „Das Möhringer Wappen (von 1470) und die Darstellung der Möhrin haben keinerlei realen historischen Hintergrund – also auch nicht zu Sklaverei, Kolonialismus oder anderen negativ belasteten historischen Ereignissen“, so der Tuttlinger Stadtarchivar. Viel eher bezieht man sich auch hier auf die alemannischen Sippen wie oben schon erwähnt.

Ein Bericht aus Austria:

Wenn dümmlicher Antirassismus den Verstand besiegt.

„Der Name der Brauerei stammt von Gründer Josef Mohr, der 1784 das nach ihm benannte Gasthaus „Zum Mohren“ mit angeschlossener Brauerei eröffnete. Sein Familienwappen mit der Darstellung eines Mohren basiere auf alten Darstellungen des heiligen Mauritius.“

Mehr braucht es nicht um die üblichen Hysteriker auf den Plan zu rufen.

„Im Zuge der Rassismus-Debatte flammte vor zwei Jahren erneut die Diskussion um das Logo der Vorarlberger Mohrenbrauerei auf. Daraufhin startete das Traditionsunternehmen einen Markenprozess – man wolle über eine mögliche Weiterentwicklung des Markenauftrittes diskutieren, kündigte das Traditionsunternehmen in einem offen Brief vor zwei Jahren an.
Die Proteste rund um das Logo nahmen Fahrt auf, als der Grafiker Vincent Hehle eine Alternative zu dem stilisierten „Mohrenkopf“ ins Netz stellte. Die Wogen in den sozialen Medien gingen daraufhin hoch. Die Brauerei stellte sogar ihren Socialmedia-Accounts ruhend, wollte aber vorerst das Logo beibehalten.“

Jetzt ist das Logo der Mohren Brauerei Geschichte. Wieder ist ein Stück Tradition verschwunden.

Quelle: https://vorarlberg.orf.at/stories/3146342/

Alex Cryso/MSRAufklärung

Links:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rassismus-debatte-das-moehringer-wappen-beschaeftigt-auch-die-politik.31f68a12-065f-485a-8d9c-7f211b18da24.html

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https://www.tagesspiegel.de/politik/vertrackter-fall-in-moehringen-stuttgart-sortiert-das-mohren-wappen-aus/27626570.html

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rassismus-diskussion-im-anderen-moehringen-gibt-es-keine-wappen-debatte.9422f3e9-957a-4411-9a67-97c7d2fd422d.html