Weil er eine Mohammed-Karikatur veröffentlichte – Deutscher Moslem mit libanesischen Wurzeln fürchtet um sein Leben

Der Offenburger Mohammed Ali Slim stammt aus dem Libanon, ist Moslem und liebt seine Wahlheimat Deutschland. Für Deutschland hat er bei der Bundeswehr gedient, für die Werte des Grundgesetzes setzt er sich ein.

Das FDP-Mitglied Sim steht für „einen weltoffenen, liberalen Islam ein.“ Aus diesem Grunde veröffentlichte er am Jahrestag des Todes von Samuel Paty, eine Mohammed-Karikatur.

Zu sehen ist der nackte Prophet in Lederstiefeln und Peitsche, der zudem von Regenbogenfahnen eingerahmt wird. Als Verbundenheit mit Homosexualität, Bisexuellen und Transgender-Personen. Mohammed Ali Slim wollte mit dieser Aktion ein Zeichen setzen.  Er hat sich, nach eigenen Worten, in der Verantwortung gesehen, als Deutscher und als Moslem ein Zeichen zu setzen.

Die Karikatur veröffentlichte Slim bereits 2020 zum ersten Mal. Seitdem wird er, unter anderem von der eigenen Familie, bedroht. 2021 veröffentlichte er diese Karikatur erneut. Diesmal wurden die Bedrohungen international. Sie kamen aus Algerien, aus Frankreich, vom IS und von den türkischen Grauen Wölfen.

Sein Tod sei Halal (nach islamischen Recht zulässig) propagierten islamische Gelehrte.

Er bekommt Hassbotschaften, selbst von engen Freunden. Der mutige Mann traut sich nur noch mit Pfefferspray vor die Tür, da wütende Moslems ihm überall auflauern könnten.

In der Wohnung seiner Mutter wurde er von eigenen Familienmitgliedern angegriffen. Er konnte aus dem Badezimmerfenster um Hilfe rufen. Ein Nachbar alarmierte die Polizei, die Slim aus der Wohnung befreite

Slim ist sicher: „Hinter den überzogenen Reaktionen stecken nicht nur religiöse, sondern auch politisch Motive. Islamistische Gruppen versuchen dadurch Hass gegen den Westen zu schüren.“

Slim will nicht aufgeben  „Es kann nicht sein, dass die Verletzung religiöser Gefühle die Meinungsfreiheit dermaßen einschränkt, dass mit dem Tod gedroht wird. Wir leben hier in einem Rechtsstaat und nicht in einem Kalifat.“

Von der Polizei fühlt sich Mohammed Ali Slim nicht ernst genommen. Anzeigen werden zwar aufgenommen, aber von der Staatsanwaltschaft Offenburg regelmäßig wieder eingestellt.

Es stellt sich die Frage, warum in diesem Fall nicht der Staatsschutz ermittelt. Immerhin hat Slim eine gute Motivation für sein Tun. Er will Deutschland dienen. Das hat er mit seinem Eid bei der Bundeswehr geschworen. Er hat beeidet, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen. Für ihn gehört das Recht auf Meinungsfreiheit zu den Werten, die es zu verteidigen gilt.

Seiner Meinung nach wird in Deutschland und Europa die Meinungsfreiheit mit Terror und Angst eingeschränkt. Menschen hätten Angst, ihre Meinung frei zu äußern, kritisiert er. Er appelliert an die Bürger: „Wir in Europa müssen unsere Werte verteidigen“.

Die Polizei beteuert alles zu Slims Schutz zu tun.

Der Betroffene wurde zum eigenen Schutz von den Beamten der Kriminalpolizei auf mögliche Reaktionen und Gefahren hinsichtlich seiner Veröffentlichungen hingewiesen und sensibilisiert.“

Das Opfer trägt also Mitschuld, wenn es von demokratiefeindlichen, fundamental- islamischen Moslems mit dem Tod bedroht wird?

Aber: Eventuell wird jetzt sogar gegen Slim ermittelt. „Unabhängig von einer möglichen Gefährdung des Betroffenen prüft die Staatsanwaltschaft Offenburg derzeit, ob die Veröffentlichung des Betroffenen ihrerseits von strafrechtlicher Relevanz sein könnte.“

Gilt die Meinungsfreiheit nicht mehr in Deutschland, wenn sich  Religionsgemeinschaften dadurch beschimpft fühlen?

Slim lässt sich nicht einschüchtern. Der EX-Soldat steht für die Meinungsfreiheit ein.

Als muslimischer Demokrat muss man die Spannung zwischen Meinungsfreiheit und Religion aushalten, wenn man in einer demokratischen Gesellschaft leben will.“

Nach seinen Worten tobt gerade ein Kampf der Kulturen.

Die islamische Welt erlebe gerade einen „Kampf jener, die die Werte der Aufklärung und Demokratie teilen mit denen, die diese Werte ablehnen.“ Außerdem meint Slim: „Das laute Schweigen der muslimischen Dachverbände hierzulande finde ich fürchterlich.“ Und er mahnt:

„Meinungsfreiheit darf nicht vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig gemacht werden. Wo kämen wir denn hin, wenn wir von religiösen Fanatikern abhängig machen, ob wir eine Karikatur zeigen oder nicht.“

Quelle Bild

 

Ulrike Braukmann

 

Auf der Internetplattform YouTube steht Mohammed Ali Slim Rede und Antwort.

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