Schaustellerkunst von Ideologen verhunzt 3G Grünes GaGa

Grüne contra Miniröcke: Wird das Stuttgarter Frühlingsfest jetzt pietistisch?

Hach, wie schön: Die Welt hat mal wieder ihren nächsten Sexismus-Skandal. Im Visier dieses Mal: Das Stuttgarter Frühlingsfest auf dem Gelände des Cannstatter Wasen. Natürlich waren es mal wieder die kommunalen Grünen, derem woken Auge so überhaupt gar nichts entgeht. Oder anders ausgedrückt: Die vielen angeblich sexistischen und entwürdigenden Bilder und Darstellungen von Frauen, die auf den Buden oder Plakaten des Frühlingsfestes zu sehen sind.

In der Tat ist das Gezeigte bisweilen etwas neckisch: So schielt ein Stallbursche einer jungen Dame ziemlich unverfroren ins Dekolleté, wobei die holde Meid ohnehin nur in einem transparenten Seidenkleidchen durch die Gegend hüpft.

Auf einem anderen Bild verbeißt sich ein Pferd in den Rockzipfel einer weiteren jungen Frau, die ebenfalls so angezogen ist, als würde sie nicht besonders frieren.

Obwohl die Bilder allesamt sehr comichaft dargestellt sind, wollte die grüne Fraktion im Gemeinderat von Stutttgart die Satire dieses Mal nicht erkennen. Mitglied Petra Rühle befand beispielsweise, dass hier deutliche eine Grenze überschritten wird, wenn man einer Frau die Kleider vom Leib reißt und das auch noch als Spaß deklariert wird. Ob sie die Kölner Silvesternacht oder die zahlreichen muslimischen Gruppenvergewaltigungen genauso kritisch betrachtet? Die Darstellung eines kleinen etwas pummeligen Mädchens aus der Südsee mit Baströckchen wurde unterdessen als störend empfunden. Ebenso die humorvolle Darstellung von Orientalen wenngleich man die Diskriminierung erneut mit der Lupe suchen muss.

Der gescheiterte OB-Kandidat Hannes Rockenbauch vom Linksbündnis „Die FrAKTION“ kann sich nicht damit anfreunden, wenn Schauspieler als König Wilhelm I. und Königin Katharina auftreten. In der Monarchie sei es schließlich schlecht um die Menschenrechte bestellt gewesen, erklärte Rockenbauch. Die Idee selbst zu dieser nächsten Sexismus-Debatte stammt von Jitka Sklenárová, die ebenfalls für die Grünen im Stuttgarter Stadtrat sitzt. Ihre Sorge ist, dass Frauen oder Migranten erniedrigend oder minderwertig dargestellt werden könnten. Bekommt der Schwabe also anstatt des Maßbieres beim Anblick nackter Tatsachen einen roten Kopf? Schon alleine die Umgestaltung „kritischer“ Buden und Werbetafeln würde mehrere zehntausend Euro kosten. Bis zu 80.000 Euro standen da im Raum. Zudem teilt längst nicht jeder Schausteller die Auffassung von Sklenárová und Co. – allerdings ist man auch bereit, viele kleine Kompromisse einzugehen. Zwischenzeitlich forderte der amtierende Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU), dass der Stuttgarter Stadtrat „keine Zensurbehörde, kein hoher Rat der Sitten- und Tugendwächter, der Inquisitoren und Diskriminierungsfahnder“ werden dürfe. Nopper ging es viel eher darum, die bedrohte Existenz der durch Corona massiv geschädigten Budenbetreiber und Schausteller schnellstmöglich wieder aufzufangen.

Alex Cryso

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Links:

https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/gruene-kritisieren-sexismus-diskriminierung-fruehlingsfest-stuttgart-100.html

https://www.merkur.de/deutschland/baden-wuerttemberg/sexismus-debatte-fruehlingsfest-stuttgart-frank-nopper-kreuzfeuer-gruene-linke-buden-besitzer-streit-bwg-91526746.html

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/stuttgart-sexismus-kritik-gegen-fruehlingsfest-schausteller-lassen-bilder-aendern-a-8ae40adc-a2e3-4909-9e13-d0c7a4ba33d9