Messer Angriff: 15-Jähriger Flüchtling hat bereits 130 Staftaten auf dem Kerbholz

Gera: Staatsanwaltschaft erhebt nach Messerangriff mit 2 schwerverletzten Anklage gegen 3 Flüchtlinge.

Der erst 15-jährige mutmaßliche Haupttäter aus Syrien beging bereits mehr als 130 Straftaten. In Untersuchungshaft saß er schon für ein Jahr. 2019 wurde er zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, die er aber nicht verbüßen musste.

Bei einem Messerangriff im thüringischen Gera wurden vor 3 Monaten 2 Männer schwer verletzt. Gegen 3 Beschuldigte wurde nun Anklage erhoben. Die mutmaßlichen Täter stammen aus Syrien, Iran und Afghanistan. Der 15-jährige Mohammad D. aus Syrien Ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Dem 19-jährige Rami N. aus dem Iran und dem 21-jährige Ali Sina M. aus Afghanistan werden gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Im Februar 2020 griffen die 3 einen Dozenten der Fachhochschule und einen Entwicklungsingenieur in der Innenstadt von Gera an. Beide Opfer erlitten schwere Schnittverletzungen und mussten im Krankenhaus operiert werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Straftat zuerst als gefährliche Körperverletzung angesehen. Die Angehörigen der Opfer der Gewalttat waren darüber empört. Ein Vater sprach von klarer Mordabsicht.

Im Fall des Hauptbeschuldigten revidierte die Staatsanwaltschaft ihre ursprüngliche Einschätzung, spricht jetzt von versuchtem Totschlag. Dadurch ändert sich die Zuständigkeit des Gerichts. Jetzt ist das Landgericht Gera zuständig.

Alle 3 Beschuldigten sind bereits durch Gewalttaten und Straftaten aktenkundig geworden. Mohammad D. mit 130 !!! Delikten. Mit vorsätzlicher Körperverletzung, versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Bedrohung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Leistungserschleichung, Drogenerwerb, Drogenbesitz, Drogenhandel und Hausfriedensbruch.

Wegen dieser Taten saß Mohammad D. in Untersuchungshaft. Im März wurde er vom Jugendschöffengericht des Amtsgericht Gera zu 2 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Das Urteil wurde im Oktober 2019 vom Landgericht Gera aufgehoben. Das Amtsgericht Gera war davon ausgegangen, dass der Angeklagte zweifelsfrei Strafmündig war. Grundlage war ein rechtsmedizinisches Gutachten, dass belegte das Mohammad D mindestens 14 Jahre alt war.

Es kam zu einer Berufungsverhandlung. Hier legte der Angeklagte seinen syrischen Reisepass vor. Das Geburtsdatum darin lautet 1. Januar 2005. Demnach wäre er noch keine 14 Jahre alt gewesen bei der Begehung der Gewalt- und Straftaten. Das Landgericht stufte den Reisepass als glaubwürdiger ein als das medizinische Rechtsgutachten eines renommierten Rechtsmedizin-Professors. Das Urteil der ersten Instanz wurde aufgehoben und der Angeklagte aus der Haft entlassen.

Mohammad D. stehen nun mehr als 8000 Euro Entschädigung zu. Da er, nach dem Gesetz, zu Unrecht im Gefängnis gesessen hat.

Die Staatsanwaltschaft will nun prüfen lassen, ob der traumatisierte Kriegsflüchtling in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss. Der Verteidiger sagt, über seien Mandanten:

Eigentlich sei sein Mandant ein „guter Kerl“, so der Anwalt. „Aber manchmal tickt er aus.“ Weder dem Jugendamt noch Ärzten sei es gelungen, ihn in den Griff zu bekommen. Alle erzieherischen Maßnahmen seien verpufft – „wegen fehlender Mitwirkung und aktiver Gegenwehr des Jugendlichen“, so der Anwalt zu FOCUS Online. „Er war sogar in Psychotherapie, hat sie aber abgebrochen.“
Quelle: Focus

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