Der Fundamentalismus im Islam breitet sich aus

Der in Deutschland tätige niederländische Soziologe und Migrationsforscher Ruud Koopmans, zerlegt akkurat und schonungslos die Lage der muslimischen Welt.

Ein Studentenfunktionär der Berliner Humboldt-Universität, an der Koopmans eine Professur innehat, twitterte kürzlich: „während momentan eine breite gesellschaftliche Debatte über Rassismus geführt werde, lässt Koopmans seinen antimuslimischen Rassismus freien Lauf.“ Die Rassismus-Keule dürfte für Koopmans nichts Neues sein. So beginnt der Migrationsforscher und Soziologe sein neues Buch „Das verfallene Haus des Islam“ mit folgenden Worten:“

«Dieses Buch ist islamkritisch, aber nicht islamfeindlich. Jeder, der nicht zwischen Kritik an einer Religion – oder besser gesagt: an ihrer derzeit dominierenden Interpretation – und Rassismus unterscheiden kann, sollte dieses Buch beiseitelegen.»

Koopmans Werk zählt mit zu den wichtigsten Büchern über den Islam im deutschsprachigen Raum. Der Autor bezeichnet sich als «von der Linken enttäuschter Linker». Er ist mit einer türkischstämmigen Kurdin verheiratet. In seinem Buch geht er den religiösen Ursachen von Stillstand, Gewalt und Unfreiheit analytisch und ohne Schönfärberei auf den Grund. Sachlich und ohne Polemik und gerade deshalb so unbequem. Stück für Stück dringt er bis zum Kern der offenkundigen Misere des Islams vor. Dem Fundamentalismus, der sich seit Khomenis Revolution auf dem Vormarsch befindet.

Auf Diskussionen über den „wahren Islam“ lässt sich der Autor gar nicht erst ein. Er orientiert sich an den Zuständen in den 47  islamischen Ländern auf diesem Planeten. Ob Demokratie, wirtschaftliches Wohlergehen oder Menschenrechte, warum ist es in islamischen Ländern so schlecht um diese Dinge bestellt? Islamische Staaten machen ein Viertel aller Länder aus, stellen aber die Hälfte aller Diktaturen auf der Welt  Zufall? Wer ist schuld? Der Kolonialismus, an dessen Spätfolgen man noch leidet? Die viel beschworene Islamophobie des Westens? Oder ist der Kern der Misere doch in der Religion begründet?

Mit den Erfahrungen und Beobachtungen des Sozialwissenschaftlers seziert er Statistiken und sucht nach Zusammenhängen.  Nichtmuslimische Länder und muslimische Länder vergleicht er, am Beispiel  Mauretanien und Mauritius. Beide Länder hatten eine Kolonialzeit von etwa gleicher Dauer. Beide sind ungefähr seit 55 Jahren unabhängig und leben überbietend vom Tourismus. Während die Malediven autoritär regiert werden, ist Mauritius seit Jahrzehnten eine starke Demokratie. Die Religion begründet den entscheidenden Unterschied. Die Welt ist insgesamt viel Demokratischer geworden. In islamischen Ländern haben sich dagegen autoritäre Regime ausgebreitet.

Am Geld kann es nicht liegen. Ansonsten wäre Saudi Arabien das Land der Freiheit, statt eine Hochburg der Fundamentalsten. Wo die Scharia ihre grausame Anwendung findet.

«Selbst in den ärmsten nichtmuslimischen Ländern gibt es viel mehr Freiheit als in der islamischen Welt», stellt Koopmans fest.

Immer wieder wird die These aufgestellt, dass islamische Länder unter den Folgen des europäischen Kolonialismus zu leiden hätten. Koopmans räumt mit dieser Mär gründlich auf. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Vom westlichen Kolonialismus wurde die islamische Welt deutlich weniger beeinflusst als der Rest der nichtwestlichen Welt. Weil dadurch die islamischen Staaten weniger historische Prägung durch westliche Institutionen und Ideen erfahren haben, wirkte sich das negativ auf die Entwicklungen der Demokratien aus.

Direkte Folge  islamischen Fundamentalismus ist wirtschaftlicher Niedergang. Südkorea oder Taiwan, beides nichtmuslimische Länder, haben den Westen längst eingeholt. Dort wo der Koran über allem steht, vegetieren die Länder dahin. Frauen sind faktisch  rechtlos und müssen dem Arbeitsmarkt fern bleiben. Es existiert keine Forschung, keine Innovation und kein Fortschritt wo der islamische Fundamentalismus die Bildung behindert.

Diese Länder müssen sich endlich reformieren um sich vom Fundamentalismus befreien zu können. Koopmans weiß um die Schwierigkeit dieses Unterfangens. Als Beispiel führt der die liberale Muslima Seyran Ates an. Die mutige Frau hat sich getraut in Berlin eine liberale Moschee zu eröffnen zu der auch Frauen Zutritt haben. Eine Moschee in der nicht die Doktrin aus Saudi-Arabien oder Ägypten verkündet wird. Seyran Ates wurde deshalb hundertfach mit dem Tode bedroht.

Für Koopmans steht fest, dass «Muslime, die für einen anderen, modernen und liberalen Islam eintreten, sich massenhaft gegen die globale Intoleranz und Gewalt im Namen ihres Glaubens erheben müssen».

Quelle: NZZ

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  • betende Salafisten: Screenshot