Altersarmut in der Bunten-Republick

Sozialstaat ade: Immer mehr alte Menschen von Armut betroffen

In einem angeblichen Sozialstaat wie dem unsrigen schwinden nicht erst seit Corona so manche Träume dahin. Einer davon ist es wohl, einen unbeschwerten Lebensabend genießen zu dürfen: Geistige Klarheit, keine körperlichen Gebrechen und einen ruhigen Wohnort, an dem man die letzten Wochen, Monate und Jahre unbeschwert verbringen kann. Ein gewisses finanzielles Polster gehört ebenfalls dazu. Doch in einem Land, in dem es uns angeblich so gut geht wie nie zuvor, sehen die Dinge einmal mehr ganz anders aus: So steigt nun auch die Altersarmut in Deutschland dramatisch an. Zirka 1,2 Millionen Menschen ab dem 75sten Lebensjahr waren 2019 davon betroffen und selbst wenn die Medien von rückläufigen Zahlen sprechen, so ist dies noch lange kein Grund, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil: Corona könnte die Situation nochmals verschärfen – genauso wie die gesundheitlichen Schäden bei alten Menschen, die vor allem von Einsamkeit, Depressionen und immer mehr Mobbing betroffen sind. Andere Quellen berichten sogar davon, dass jeder Fünfte ab 65 Jahren über einen allzu schmalen Geldbeutel verfügt. Das wären dann rund drei Millionen Alte. Als armutsgefährdet gelten all jene Menschen, die über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens verfügen, das 2019 bei einem Jahreseinkommen von rund 14.000 Euro lag. Auch niedrigere Löhne würden niedrigere Renten nach sich ziehen. Das Bild von den Senioren, die mit Krückstock und Rollator losziehen, um Flaschen aus dem Müll zu sammeln, werden wir so schnell nicht losbekommen. Und sollten nicht die vielen Flüchtlinge und Migranten für unseren Wohlstand sorgen?

Doch so lange der Staat andere Prioritäten setzt und Fehlprojekte wie einen sozialen Wohhnbau in Ingolstadt finanziert, werden die Träume vom besinnlichen Lebensabend weiter illusorisches Wunschdenken bleiben. In der besagten bayerischen Stadt wurden erst vor zwei Jahren sechs neue Wohnhäuser mit insgesamt 72 voll möblierten Zimmern für Flüchtlinge errichtet. Bereits jetzt schon sind die Immobilien allesamt Sanierungsfälle, weil zu häufiger Vandalismus, aber auch hygienische Probleme und permanente Vermüllung dazu beigetragen haben. Was für zunächst für 15 Jahre geplant war, fand kürzlich ein jähes Ende. Auch ein Krisengipfel mit allen Verantwortlichen (Stadt, Sozialarbeitern, Baugesellschaft) brachte keine gedeihliche Lösung mehr. Im Gegenteil: Es war von „ganz massiven Problemen“ die Rede und selbst die Ingolstädter Tageszeitung Donaukurier sprach von einem „offensichtlich aus dem Ruder gelaufenen Projekt“.

Alex Cryso

Links:

https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/DKmobil-Asylbewerber-Ingolstadt-wochennl012019-GWG-Wohnprojekt-Holperiges-Ende-eines-Wohnprojekts;art599,4035181